Medienmitteilung

Vernetzungsprojekt

Die GLP und die EVP Seuzach haben zuhanden des Gemeinderats den Antrag gestellt, die Trägerschaft für ein Vernetzungsprojekt auf dem Gebiet der Gemeinde Seuzach zu übernehmen.

Lebensräume vernetzen, wozu?

Was ist ein Vernetzungsprojekt? 

Vernetzungsprojekte haben zum Ziel, auf kommunaler Ebene die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern. Dazu sollen im Perimeter der Gemeinde Fördergebiete definiert werden, in denen bestimmte Ziel- und Leitarten gezielt gefördert werden. Konkret werden dazu in der Landwirtschaftszone Biodiversitätsförderflächen angelegt, aufgewertet und gepflegt. Die Mitarbeit der Landwirte ist dabei freiwillig, ihr Einsatz wird im Rahmen der Direktzahlungsverordnung des Bundes honoriert. 

Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) gelten in der Schweiz 35% der untersuchten Arten als bedroht, weitere 11% als potentiell gefährdet. Die Untersuchungen des BAFU zeigen, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausreichen, um die Artenvielfalt in der Schweiz langfristig zu erhalten. Ein Aussterben auf lokalem, regionalem und nationalem Niveau findet statt. Die Vorteile eines Vernetzungsprojektes für die Natur sind also offensichtlich. 

Die Mehrzahl der Zürcher Gemeinden verfügen bereits über ein Vernetzungsprojekt. Auf der Landkarte des Kantons Zürich bestehen nur noch wenige weisse Flecken – Seuzach ist leider einer davon. 

Ablauf eines Vernetzungsprojektes 

Nach der Bildung einer kommunalen Arbeitsgruppe beauftragt die Gemeinde ein Planungsbüro mit der Erarbeitung eines Vernetzungsprojektes. Dabei werden im Perimeter der Gemeinde bedrohte Arten identifiziert und Fördermassnahmen (z.B. gestaffelte Mahd, Anlegen von Kleinstrukturen, etc) definiert. 

Nach der Projektbewilligung durch den Kanton wird gemeinsam mit den am Projekt beteiligten Landwirten die konkrete Umsetzung der Fördermassnahmen festgelegt und durch die Landwirte umgesetzt. Die Landwirte werden dafür im Rahmen der Direktzahlungsverordnung des Bundes entschädigt. Die Beteiligung ist für die Landwirte freiwillig. 

Kosten des Vernetzungsprojektes
Die Fachstelle Naturschutz des Kantons schätzt die Projektkosten für die Gemeinde Seuzach auf 15’000-30’000 Franken sowie die laufenden Kosten auf jährlich 1’500-2’000. Demgegenüber stehen jährlich 15’000-20’000 Franken Einnahmen der am Projekt beteiligten Seuzacher Landwirte in Form von Direktzahlungen des Bundes.

Antrag zuhanden des Gemeinderates
Die GLP und die EVP Seuzach haben bereits das Gespräch mit den Seuzacher Landwirten gesucht und freuen sich, dass viele von ihnen einem Vernetzungsprojekt gegenüber aufgeschlossen sind. Weitere Unterstützer findet das Projekt in den für das Seuzacher Gemeindegebiet zuständigen Jagdaufsehern. Aus diesem Grund haben die beiden Ortsparteien ein Gesuch beim Gemeinderat eingereicht, die Trägerschaft für ein Vernetzungsprojekt auf dem Gebiet der Gemeinde Seuzach zu übernehmen und die Lücke auf der Landkarte zu schliessen.